Blutdruck misst man beim Arzt am Oberarm, nicht am Handgelenk. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Am Oberarm sind die Messbedingungen stabiler und die Ergebnisse zuverlässiger. Ob ein Gerät 60 oder 400 Euro kostet, ändert daran nichts. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Preis, sondern im Messort und im Messprinzip.
Smartwatches vereinen viele Funktionen in einem Gerät. Für eine medizinisch zuverlässige Blutdruckmessung sind sie jedoch konstruktionsbedingt nicht ausgelegt. Klassische Oberarm-Blutdruckmessgeräte arbeiten dagegen mit genau der Messtechnik und an der Messposition, die in der Medizin vorgesehen sind. Gleichzeitig sind sie oft deutlich günstiger.
Messungen am Handgelenk reagieren deutlich empfindlicher auf äußere Einflüsse. Schon kleine Bewegungen des Arms oder eine veränderte Handposition können das Ergebnis verfälschen, da die Arterie nahe an der Haut liegt und leicht komprimiert oder verschoben wird.
Auch die Umgebungstemperatur spielt eine wichtige Rolle. In kalten Räumen oder bei kalten Händen ziehen sich die peripheren Blutgefäße zusammen. Die Durchblutung im Handgelenk nimmt ab, und der Blutdruck lässt sich dort nicht mehr zuverlässig erfassen.
Gespräche, Stress, emotionale Reize oder laute Musik während der Messung können kurzfristige Blutdruckschwankungen verursachen. Am Handgelenk wirken sich diese Einflüsse stärker aus als am Oberarm, da dort kleinere und empfindlichere Gefäße gemessen werden.
Für die tägliche Blutdruckkontrolle reicht in der Regel eine Messung pro Tag zur gleichen Uhrzeit unter ruhigen Bedingungen. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit, nicht die Anzahl der Messungen. Nur so lassen sich Veränderungen im Verlauf zuverlässig erkennen. Häufiges oder dauerhaftes Messen ohne ärztliche Empfehlung bringt keinen zusätzlichen medizinischen Nutzen.
Eine medizinisch begründete Langzeit- oder 24-Stunden-Blutdruckmessung erfolgt mit speziellen Geräten, die nach einem anderen Messprinzip arbeiten als Smartwatches und ärztlich ausgewertet werden. Smartwatches sind für diese Form der Diagnostik nicht vorgesehen.